Joshua zum Anger
Chronyst und Herold in freyen Diensten
Gewichte / Maße
Im Mittelalter gab es kaum einheitliche Maße und Gewichte. Jede Stadt und jede Region hatte ihr eigenes System. Daher war es Händlern nicht immer leicht gemacht, vorallem wenn es um den Preis für eine Ware ging. Nachfolgend sind die wichtigsten Grundmaße und Einheiten aufgeführt. Durch die Vielzahl der regionalen Unterschiede ist es hier leider nicht möglich eine ganzheitliche Aufstellung aller im Mittelalter gebräuchlichen Einheiten aufzulisten.
Gewichte
| Gran | Apothekergewicht = 0,06 Gramm Bayrisches Gran = 0,073 Gramm |
| Lot | Das Lot diente als Gewicht und zur Bestimmung des Feingehalts bei Silbermünzen. Als Gewicht ist es wohl mit der Einführung der
Gewichtsmark (Mark I) im 12. Jh. entstanden. Als 1/16 Mark war das Lot den Schwankungen der Gewichtsmark unterworfen. Als
Feingewicht wurde das Lot - seit dem 17. Jh. in 18 Grän unterteilt - zur Bestimmung des Silbergehalts verwendet. Das heißt, bei
einem Gesamtgewicht von 1000 g Metall entsprach 1 Lot (0,0625 g Feinsilber) als Feingewicht 62,5 g Silber, 8 Lot demnach 500 g und 16 Lot
1000 g. Die Mark war in 16 Lot (288 Grän) unterteilt. Der Ausdruck "eine lötige Mark" wurde jedoch in einer ganz speziellen Bedeutung benutzt, nämlich im Sinne von einer Mark, die das "rechte Gewicht" an Edelmetall enthielt |
| Quent | Nach dem alten Gewichtssystem wurde die Gewichtsmark in 16 Lot zu je 4 Quentchen unterteilt. Ein Quentchen stellte also den 64. Teil der alten Gewichtsmark dar und wurde seinerseits wieder in 4 Richtpfennige unterteilt. Das Quentchen der Kölner Mark stellte umgerechnet ein Gewicht von 3,654 g dar. Bayrisches Quentchen = 4,385 Gramm |
| Pfund | Aus dem Lat. "pondus" (Gewicht) entwickelte sich über das mittelhochdeutsche "phunt" die Bezeichnung Pfund. Das römische Pfund, die Libra im Gewicht von 327,45 g, bildete im Römischen Reich die Basis, nach der die Münzen ausgerichtet wurden. Die in 12 Unciae (Unzen) eingeteilte Libra, nach der die bis 1970 geltende englische Währung "Pfund Sterling" mit £ abgekürzt wird, bestand auch im frühen Mittelalter als Grundlage des Münzgewichtssystems fort. Karl der Große schuf mit dem im Gewicht höheren Karlspfund die Grundlage für das mittelalterliche Gewichtsund
Währungssystem. Die Gewichtsangabe des karolingischen Pfunds, aus dem 240 Pfennige ausgeprägt wurden, schwankt zwischen 408
und 409,5 g. Das genaue Gewicht lässt sich nicht angeben, da die Pfennige al marco (nach der Gewichtsmark) ausgebracht wurden und
die einzelnen Münzen im Gewicht differierten. Regional bildeten sich unterschiedliche Pfundgewichte heraus, wie z.
B. das ältere Pfund von Troyes (367,13 g) und das Pariser Pfund (489,5 g), deren Gewicht sich mit der Zeit auch veränderten. Die
rechnerische Unterteilung des Pfunds in 20 Schillinge (zunächst nur Rechnungsmünze) oder 240 Pfennige blieb erhalten. Im 11./12. Jhd.
wurde das Pfund als Basisgewicht des Münzwesens durch die Gewichtsmark ersetzt, die je nach Region in verschiedenem
Verhältnis zum Pfund stand. Oftmals stellte die Mark 2/3 des Pfunds (8 Unzen) dar. |
| Unze | Handelsgewicht in den deutschen Staaten, Österreich und der Schweiz. Das Gewicht der Unze schwankte örtlich analog dem Pfund oder
der Mark. Auf Basis der Kölner Mark war 1 Unze = 1/8 Kölner Mark = 2 Lot = 29,227 g. Als Apothekergewicht schwankte die Unze zwischen 29,23 g in Preußen und Sachsen und 35 g in Österreich. |
| Pfund | = 561,288 Gramm (Bayern) |
Hohlmaße
| Fuder | Früher die Ladung eines zweispännigen Wagens, zugleich Wiesenmaß: 1 Fuder Heu entsprach einer Wiese von 1 Fuder Größe. Dies wurde aber auch für Heu, Erz, Kohle verwendet.
Als Hohlmaß für Wein gab es große regionale Unterschiede zwischen rund 800 bis 1.800 Litern Baden = 1500 Liter Preußen = 824,4 Liter |
| Malter | = 12 Scheffel Früheres Getreidemaß (Hessen: 1 Malter = 128 l; Preußen: 659,55 l). |
| Scheffel | Ein Scheffel ist ein schaufelartiges Gefäß, welches früher als Getreidemaß verwendet wurde. Der Scheffel galt somit als ein Hohlmaß und die Gefäße waren folglich in unterschiedlichen Größen in Verwendung.
1 bayrischer Scheffel = 222,357 Liter 1 württembergischer Scheffel = 103,985 Liter 1 preußischer Scheffel = 54,962 Liter |
| Sack | Hohlmaß für Getreide, Salz und Kohlen; 1 Sack = 127 kg |
| Eimer | Altes, regional sehr unterschiedliches Hohlmaß für Wein und andere Flüssigkeiten. Im alten Österreich und Bayern bestand es aus 60 Maß,
im späteren Österreich-Ungarn aus vier Seideln. Die Mengen schwankten beträchtlich, oft auch innerhalb eines Landes, und veränderten sich
im Verlaufe der Geschichte. Die Bandbreiten liegen zumeist zwischen 40 und 60 Litern, aber es gab auch weitaus höhere Werte (Sachsen
75,8 Liter und Württemberg sogar 293,9 Liter). |
| Maß | = 1,069 Liter |
| Schoppen | In der Schweiz und in Deutschland gebräuchliches, schon sehr altes Flüssigkeitsmaß für den Weinausschank. In der Pfalz bedeutet ein "ganzer Schoppen" 0,5 Liter (früher genau 0,564 l). Eine spezielle Weinglasform mit dem Inhalt eines Schoppens ist in der Pfalz das
so genannte Dubbeglas. In Rheinhessen ist der "halbe Schoppen" mit 0,2 Liter üblich und wird dort Halwe (Halbe) genannt. In der Schweiz
ist ein Schoppen 0,375 Liter. |
| Metze | = 37,06 Liter |
| Saum | = 100 Mass = ca. 150 Liter |
| Wispel | = 24 Scheffel |
| Metze | = 3435 Liter |
Längenmaße
| Elle (Arm) | Längenmaß, das vorwiegend für Stoff gebraucht wurde. Sie wird von der Länge des Unterarms abgeleitet und betrug ca. 55 - ca. 84 cm; eine einheitliche Länge wurde aber nie festgelegt.
Augsburger Elle = 59,3 cm Erfurter Elle = 54,97 cm Frankfurter Elle = 54,73 cm Bayrische Elle = 83,3 cm Brabanter Elle = 69,5 cm kurze Hamburger Elle = 57,31 cm lange Hamburger Elle = 68,71 cm Sächsische Elle = 56,64 cm Preußische Elle = 66,69 cm Österreichische Elle = 77,92 cm Badische Elle = 60 cm Württemberische (Hohenzoller) Elle = 61,5 cm Trieser Elle = 56,5 cm - 67,6 cm Dresdener Elle = 56,5 cm Berner Elle = 54,2 cm Münchener Elle = 79,9 cm usw. |
| Faden (Seefahrt) | Der Faden war ursprünglich der Abstand der beiden ausgespannten Arme, zwischen den Fingerspitzen der Mittelfinger gemessen. In der Seefahrt wurde das Längenmaß als Einheit für die Tiefenmessung und bei der Bestimmung der Länge des Tauwerks benutzt. 1 Faden = 1/1000 Seemeile = 1,85 m. Preußischer Faden = 1,642 m |
| Fuß | Der Fuß ist eines der ältesten Längenmaße. Ein Fuß ist die durchschnittliche Länge eines Männerfußes, gemessen von der Ferse bis zur Zehenspitze. Das sind ungefähr 30 cm.
An der Statue des Fürsten Gudea beträgt die Länge des Fußes 264,5 mm und ist in 16 Fingerbreiten unterteilt. Auf der "Nippur Elle" ist der Fuß 275,8 mm lang und ebenfalls in 16 Fingerbreiten unterteilt. Im antiken Griechenland war er 308,8 mm und im Römischen Reich 295,7 mm lang. Sächsisches Fuß = 28,32 cm Aschaffenburger Fuß = 29,05 cm Nürnberger Fuß = 30,38 cm Bayrisches Fuß = 29,19 cm Preußisches (rheinländisches) Fuß = 31,40 cm Schweiz = 30 cm |
| Klafter | Der Klafter gelegentlich auch als Armspanne bezeichnet wird als Länge zwischen den Mittelfingerspitzen der waagerecht ausgestreckten Arme gemessen. Seine Länge war regional verschieden und variierte von 1751,2 mm in Baden und 3000 mm in der Schweiz. Ursprünglich war er in sechs Fuß eingeteilt. Bayrisches Klafter = 1,751 m Preußisches Klafter = 1,883 m Österreichisches Klafter = 1,8966 m |
| Rute | Die Rute ist ein Längenmaß aus dem ehemaligen Römisch Deutschen Reich. Ihre Länge richtet sich nach dem Fuß, nach dem sie definiert ist. Folgende Vielfache sind möglich: 10/12/14/15/18/20 Fuß = 1 Rute. Ihre Länge variiert zwischen knapp 3 und etwas mehr als 5 m.
Bayrische Rute = 3,50 m Würtenbergische Rute = 2,86 m Hanoveraner Rute = 4,67 m Hessische Rute = 3,99 m Kölnisch / Bergische Rute = 4,60 m Sächsische Rute = 4,29 m Preußische Rute = 3,766 m |
| Zoll | Der Name Zoll ist vom mittelhochdeutschen Wort zol abgeleitet. Es bezeichnete einen kleinen Knochen. Das Zoll war nämlich ursprünglich als Länge des ersten Daumengliedes definiert. Später leitete man es durch dezimale oder duodezimale Teilung vom Fuß ab. Seine Länge richtet sich deshalb nach dem zugrundeliegenden Fuß.
Bayern = 24,32 mm |
| Meile | Die Meile ist vom römischen "Milliarium" abgeleitet. Auf den römischen Landstraßen befand sich jedesmal in der Entfernung einer römischen Meile ein Meilenstein (Milliarium). Bei den Römern bestand die Meile aus 8 Stadien bzw.1000 Doppelschritten. Das entspricht 1479 m.
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| Spanne | Man unterscheidet zwischen großer und kleiner Spanne. Die kleine Spanne ist der Abstand zwischen Daumen und Zeigefingerspitze
bei gespreizten Fingern (etwa 15 cm). Die große Spanne ist der Abstand zwischen dem auseinander gespreizten Daumen und kleinen
Finger. Sie betrug 8 bis 10 Zoll (etwa 22,8 cm). |
| Daumenbreite | Als Daumenbreite bezeichnet man in der Umgangssprache eine Länge, die etwa der Breite des ersten Daumengliedes entspricht. Sie beträgt zwischen 1 bis 2 cm. |
sonstige Maße
| Ballen | Stückmaß für Textilien = 75,25 kg Papierzählmaß = 10 Ries = 100 Buch = 1.000 Hefte = 10.000 Bogen |
| Dutzend | 12 Stück |
| Gros | = 12 Dutzend = 144 Stück |
| Ries | = 1000 Bogen |
| Schock | = 4 kleine Mandeln = 5 Dutzend = 60 Stück |
| Stiege | = 20 Stück |
| Tagwerk | Altes, bäuerliches Feldmaß (auch Joch, Juchart oder Morgen) entsprechend der Größe einer Ackerfläche, die man an einem Vormittag (Morgen) pflügen oder die von einem Mann abgemäht werden konnte. In einigen Gegenden wurde aber damit auch die Fläche bezeichnet, die ein Mann mit einem Gespann vom Morgen bis zum Abend bearbeiten konnte. Die Größe war regional sehr unterschiedlich und schwankte zwischen 0,25 bis zu 1 Hektar (zumeist jedoch zwischen 25 bis 35 Ar). Das historische Flächenmaß Hufe wurde in Morgen unterteilt. Von der Bedeutung und der Größe her ist das alte Flächenmaß Joch recht ähnlich.
In Bayern hat das Tagwerk 34,07 ar = 3407 m² In Hannover entspricht ein Tagwerk 2602 m² |
| Buch | = 5000 Bogen Druckpapier = 4800 Bogen Schreibpapier |
| Mandel | = 15 Stück |
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